In der Chemie- und Pharmaindustrie überlagern sich drei Risikobereiche: explosionsfähige Atmosphären, Gefahrstoffe und GMP-pflichtige Reinraumprozesse. Wer hier arbeitet, braucht klare Regeln, geübte Abläufe und eine SiFa, die GefStoffV, BetrSichV und REACH zusammen denkt. AS Schöndienst betreut mittelständische Chemie- und Pharmaunternehmen mit externen Fachkräften für Arbeitssicherheit.
Eine ATEX-konforme Betreuung besteht aus drei Bausteinen: einem Explosionsschutzdokument nach BetrSichV, einer Zoneneinteilung 0/1/2 für Gase und 20/21/22 für Stäube sowie der Bewertung von Zündquellen wie elektrostatischer Entladung, heißen Oberflächen und mechanischen Funken. Wir prüfen Bestandsdokumente, schließen Lücken in Zoneneinteilung und Schutzmaßnahmenkette und verzahnen die technische Bewertung mit Betriebsanweisungen und wiederkehrenden Prüfungen.
In unserer Erfahrung enthält etwa ein Drittel der älteren Explosionsschutzdokumente mindestens eine Lücke in der Zoneneinteilung oder der Schutzmaßnahmenkette. Diese Lücken fallen selten bei der eigenen Begehung auf, sondern meistens bei Audits durch die BG.
| Bereich des Explosionsschutzes | Was wir konkret liefern |
|---|---|
| Gefährdungsbeurteilung Ex-Bereiche | Identifikation explosionsgefährdeter Bereiche, Ableitung von Schutzmaßnahmen nach TRGS 720 ff. |
| Explosionsschutzdokument | Rechtssichere Dokumentation der Gefährdungen und Maßnahmen, fortlaufende Pflege. |
| Zoneneinteilung (ATEX) | Einteilung in Zonen 0/1/2 für Gase und 20/21/22 für Stäube, inkl. Staubexplosionen. |
| Zündquellenvermeidung | Bewertung heißer Oberflächen, elektrostatischer Entladung, mechanischer Funken und nicht zündfähiger Geräte. |
Ein wirksames Gefahrstoffmanagement beginnt mit dem Kataster nach GefStoffV, geht über GHS/CLP-Kennzeichnung der Gebinde und endet bei Betriebsanweisungen nach TRGS 555.
Wir prüfen Sicherheitsdatenblätter auf REACH-Konformität, erstellen Hautschutzpläne und definieren Lagermengen nach TRGS 510.
Grenzwerte wie AGW oder DNEL werden auf konkrete Arbeitsplätze heruntergebrochen und die Substitutionsprüfung für jeden relevanten Stoff dokumentiert.
Beim Aufbau eines Katasters stoßen wir regelmäßig auf dieselben Schwachstellen:
Genau hier entscheidet sich, ob eine Begehung durch das Gewerbeaufsichtsamt zur Routine oder zum Befund wird.
Im Laboralltag hören wir oft den Satz: „Dieses Lösungsmittel brauchen wir, also Atemschutz auf.“
Rechtlich ist PSA nach TRGS 400 das letzte Glied der Kette. Praktisch ist eine echte Substitution in der Pharmaforschung selten komplett möglich, weil Wirkspektrum oder Reinheit vorgegeben sind.
Unser Mittelweg: Substitution sauber prüfen und dokumentieren, parallel technische Maßnahmen wie geschlossene Apparaturen oder wirksame Punktabsaugung umsetzen, PSA gezielt nur dort, wo Substitution und Technik an Grenzen stoßen.

In einem Reinraum-Projekt für ein mittelständisches Pharmaunternehmen haben wir 38 Schutzmaßnahmen aus der Erstbegehung in vier Schutzebenen sortiert:
Die anschließende Expositionsmessung blieb in allen kritischen Bereichen unter 10 Prozent des AGW.
Eine externe SiFa übernimmt in der Chemie- und Pharmaindustrie die Grundbetreuung und anlassbezogene Betreuung nach DGUV V2, begeht Produktion, Lager und Labore, berät zu Gefahrguttransport und Störfall-Verordnung und unterstützt bei der Bestellung interner Sicherheitsbeauftragter und Brandschutzbeauftragter. Wir begleiten Audits durch Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaft und Aufsichtsbehörden.
Eigen-SiFa oder extern? Eine eigene SiFa rechnet sich in mittelständischen Betrieben ab etwa 80 bis 120 Mitarbeitenden, abhängig von Risiko und Schichtmodell. Darunter ist die Vollzeitstelle wirtschaftlich selten darstellbar, und die fachliche Breite über GefStoffV, BetrSichV, REACH und GMP fällt in einer Person schwer. Externe SiFas bringen aktuelles Wissen aus mehreren Betrieben mit und liefern in Konflikten mit Behörden oft die nötige Distanz. Der Nachteil: sie kennen die Anlagen nicht so gut aus dem Effeff. Viele unserer Kunden kombinieren deshalb eine externe Stamm-SiFa mit einem gut ausgebildeten internen Sicherheitsbeauftragten. Das nutzt beide Seiten und kostet weniger als eine Vollzeitstelle.
Mehr zur Grundbetreuung nach DGUV V2 finden Sie auf unserer Seite Sicherheitstechnische Betreuung. Für branchenübergreifende Einordnung lohnt sich auch ein Blick auf die Seite Arbeitssicherheit im Mittelstand und auf Gefährdungsbeurteilung Chemie.
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